Chinesische Windräder in der deutschen Nordsee? Politik warnt vor Sicherheitsrisiken

IStock.com/ XiXinXing


Der geplante Einsatz chinesischer Windkraftanlagen in einem Offshore-Windpark in der deutschen Nordsee sorgt für politische Unruhe. Politiker mehrerer Parteien fordern, das Vorhaben zu stoppen – aus Sorge vor Spionage und einer möglichen politischen Abhängigkeit von China.

Investitionspläne mit brisantem Hintergrund

Das Hamburger Unternehmen Luxcara plant, in seinem Offshore-Windpark „Waterkant Energy“ in der deutschen Wirtschaftszone der Nordsee 16 Windturbinen des chinesischen Herstellers Mingyang Smart Energy zu errichten. Die leistungsstarken Anlagen mit je bis zu 18,5 Megawatt Leistung und einem Rotordurchmesser von 260 Metern sollen bis 2028 installiert werden und jährlich rund eine Milliarde Kilowattstunden Strom liefern.

Der Einsatz chinesischer Technologie in kritischer Infrastruktur wie der Energieversorgung stößt jedoch auf heftige Kritik. Laut einem Bericht des Handelsblatts fordern Politiker von CDU, SPD und Grünen, den Einsatz der Mingyang-Turbinen zu unterbinden.

Sicherheitsbedenken und politische Einflussnahme

Ein zentrales Argument der Kritiker: Chinesische Unternehmen stehen oft in engem Kontakt mit der Regierung in Peking. Der Firmengründer von Mingyang soll Mitglied der Kommunistischen Partei und Delegierter des Nationalen Volkskongresses sein. Sicherheitsexperten befürchten daher, dass China Windkraftanlagen gezielt als Druckmittel nutzen könnte – etwa durch Fernabschaltungen oder Spionage mittels integrierter Sensorik.

Besonders besorgt zeigt sich CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter. Er nennt das Vorhaben „grob fahrlässig und sicherheitsgefährdend“ und warnt davor, dass chinesische Spionage nicht nur auf wirtschaftliche oder wissenschaftliche Bereiche abzielt, sondern auch zur Vorbereitung eines „hybriden Gefechtsfelds“ genutzt werden könnte.

Bundeswehr-Studie schlägt Alarm

Eine Studie des German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS), einer Denkfabrik der Bundeswehr, bestärkt die Bedenken. Das Papier empfiehlt, chinesische Windkraftanlagen kritisch zu prüfen und gegebenenfalls zu verhindern – durch nationale Vergaberegeln, europäische Vorgaben oder sicherheitspolitische Bewertungen.

Laut der Studie besteht das Risiko, dass China seine Unternehmen dazu nutzen könnte, sensible Daten über Energieinfrastruktur zu sammeln oder im Krisenfall gezielt Störungen zu verursachen.

Luxcara verteidigt Entscheidung

Luxcara selbst weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen betont, dass Entwicklung, Betrieb und Management des Windparks vollständig in deutscher Hand bleiben. Zudem habe die Wahl nicht aus Kostengründen, sondern aufgrund der hohen Leistungsfähigkeit der Mingyang-Turbinen stattgefunden.

Ob die politischen Bedenken dennoch Einfluss auf das Projekt haben werden, bleibt abzuwarten. Eine aktuelle Stellungnahme von Luxcara steht noch aus. Klar ist jedoch: Der geplante Einsatz chinesischer Technologie in der deutschen Nordsee wird weiterhin für Diskussionen sorgen.

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