Wer handelt an der Strombörse?
An der EEX werden die Großhandelspreise für Strom verhandelt. Hier handeln:
- Erzeuger von Strom (z. B. Kraftwerksbetreiber)
- Netzbetreiber, die für die Infrastruktur zuständig sind
- Großverbraucher wie Industriebetriebe
- Weiterverteiler wie Stadtwerke und Energieversorger, die Haushalte beliefern
Der Handel erfolgt anonym, um eine gleichberechtigte Preisbildung zu gewährleisten. Die EEX sorgt für einen transparenten Markt, indem sie die aktuellen Preise veröffentlicht.
Wie entsteht der Preis an der Strombörse?
Der Preis wird durch das Prinzip von Angebot und Nachfrage bestimmt. Stromanbieter bieten ihre überschüssige Erzeugung an, während Abnehmer (z. B. Stadtwerke oder Industriekunden) Gebote abgeben. Die EEX gleicht diese Angebote aus und bestimmt den aktuellen Marktpreis.
Da sich Strom nicht einfach speichern lässt, muss das Angebot immer mit der aktuellen Nachfrage übereinstimmen. Dies führt zu starken Preisschwankungen.
Woher kommt der Strom?
Der an der EEX gehandelte Strom ist eine Mischung aus allen verfügbaren Energiequellen (Kohle, Gas, Atomkraft, Erneuerbare). Verbraucher können den exakten Ursprung des Stroms nicht nachvollziehen. Allerdings gibt es an der Börse die Möglichkeit, Grünen Strom separat zu handeln, indem sogenannte Herkunftsnachweise genutzt werden.
Die Nachfrage nach erneuerbarer Energie steigt. Im ersten Halbjahr 2024 wurden über 60 % des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien erzeugt.
Wie setzt sich der Endpreis für Verbraucher zusammen?
Der Strompreis für Haushalte besteht aus drei Komponenten:
- Großhandelspreis – der an der Börse ausgehandelte Preis
- Netzentgelte – die Kosten für den Transport des Stroms
- Steuern und Abgaben – z. B. EEG-Umlage, Mehrwertsteuer
Während sich die Großhandelspreise 2024 im Vergleich zum Vorjahr gesenkt haben, bleiben die hohen Steuern und Abgaben eine Belastung für Verbraucher.
Ist genug Strom vorhanden?
Laut Reitz ist die Stromversorgung in Deutschland gesichert. Dank der engen Vernetzung der europäischen Strommärkte kann bei regionalen Engpässen Strom aus dem Ausland importiert werden. In der Regel gibt es in Europa mehr Angebot als Verbrauch, auch wenn die Preise je nach Region und Zeitpunkt stark variieren.
Strommarkt bleibt volatil
Die Preisbildung an der Leipziger Strombörse ist ein dynamischer Prozess, der von vielen Faktoren beeinflusst wird – darunter Wetter, Kraftwerkskapazitäten und politische Vorgaben. Verbraucher sollten daher regelmäßig Stromtarife vergleichen, um von günstigeren Preisen zu profitieren.







